Töten der Diebe

 

Am 10. Dezember 1858 veröffentlichte der Valley Tan folgende Aussage: „Was ist aus diesem taubstummen Jungen geworden, der immer in den Straßen anzutreffen war. Er wird nun seit zwei oder drei Wochen vermisst. Wir haben das Gerücht gehört, dass er, 'umgekommen' sei. Weiß von der Polizei jemand etwas über ihm? Wir bitten um Information.“ Die nächste Ausgabe des Valley Tan enthielt zwei Briefe, die vermutlich von Mormonen geschrieben worden waren:

 

Salt Lake City

  1. Dez. 1858

Mr. Kirk Anderson,

Sie fragen in Ihrer letzten Zeitung nach dem Verbleib des 'taubstummen Jungen'. Um Ihre unverschämten Fragen zufrieden zu stellen, und wir möchten darüber nichts mehr hören, werde ich Sie informieren, dass er sich dauerhaft und dezent ungefähr anderthalb Meilen nördlich von Ihrem Büro an einem Ort niedergelassen hat, den man einen Friedhof nennt – wo Sie ihn, wenn Sie es wünschen, finden können.

Es war für seine Erlösung notwendig, dass seine Existenz abgekürzt werden sollte, und folglich trat er plötzlich von dieser in eine bessere Welt über.

Nachdem ich Ihnen so viel erzählt habe, rate ich Ihnen, dass es nicht richtig ist, dass Sie hiernach solche Dinge in Ihrer Zeitung erwähnen. Es gehört zu einem der Rechte, die uns die Verfassung der Regierung garantiert, nämlich 'Gott gemäß den Weisungen unseres Gewissens zu dienen', und auf Grund dieses Rechts hoffen wir, dass Sie nicht noch einmal versuchen, sich einzumischen.

Ich hoffe, Sie werden den Hinweis annehmen; es wird sicher zu Ihrem Vorteil sein. Sie sehen, dass unsere Zeitung 'Deseret News' sich nicht unbeliebt macht, indem sie solche Dinge hinausposaunt.“

 

 

Kirk Anderson Equ.:

Sir, Ich habe nicht die Freude Ihrer Bekanntschaft, aber ich bin sehr froh, den Kurs zu sehen, den Sie in Ihrer Zeitung verfolgen; ich denke, dass er von vielen unserer Kirchenmitglieder gutgeheißen wird, zumindest von all denen, die gegen viele Gewalttaten sind, die unter dem vorgegebenen Recht und dem Vorwand unseres Glaubens begangen werden. Ich glaubte nie, und kann es auch nicht, an die Lehre, dass es rechtens sei, das Leben eines Menschen zu nehmen, um ihn dadurch zu erlösen; dennoch sind viele meiner Brüder darüber anderer Meinung als ich – sie denken, wenn die Gefahr des Abfallens besteht, dass ihnen durch eine vorzeitige Beförderung aus dieser Welt das Glück einer besseren Welt gesichert werden würde.

Sie fragen in Ihrer Zeitung von letzter Woche nach dem taubstummen Jungen. Zu Ihrer Information werde ich sagen, dass er vor ungefähr drei oder vier Wochen ungefähr zwölf Meilen östlich von hier in einer Schlucht auf dem Weg nach Bridger und in der Nähe des Hauses von Ephraim Hanks getötet wurde. Die Person, die ihn tötete, ist ein Polizist aus dieser Stadt; sein Name ist _______. Dem Jungen wurde durch den Arm geschossen und er erhielt auch einen zweiten Schuss durch die Brust, der ihn nicht tötete, also wurde ihm die Kehle durchgeschnitten. Ich bin froh zu sehen, dass Sie diese Dinge wahrnehmen, was dazu führen könnte, solche Taten in der Zukunft zu verhindern.

Da ich ich es nicht sehr gewöhnt bin, meine Gedanken zu Papier zu bringen, werden Sie über meine zusammenhanglose Art des Schreibens hinwegsehen... Ich hielt es für richtig, Sie wissen zu lassen, dass einige von uns Ihre Zeitung gutheißen, und ich hielt es für meine Pflicht, Ihre Frage zu beantworten.“ (Valley Tan, 17. Dez. 1858, S. 2-3)

 

Darwin Richardson, der den Jungen sah, nachdem er ermordet war, bezeugte, dass „die Wunde am Hals beträchtlich war. Sie schien eine klaffende Wunde zu sein, wobei die Luftröhre durchtrennt war, und auf der anderen Seite ankommend WAR SIE EIN VOLLSTÄNDIGER KEHLENSCHNITT; denke die Halsschlagader war durchschnitten; sah ein Einschussloch in der rechten Brust...“

 

N. L. Christianson wurde verhaftet und des Mordes angeklagt. Brigham Young verteidigte die Tat des Polizisten und erklärte, dass er „ein sehr guter, unauffälliger Däne ist“. (Brief von Brigham Young vom 24. Dez. 1858, Mikrofilmkopie) Er behauptete, dass Christianson von dem Jungen angegriffen wurde, und dass er „der Auseinandersetzung ein Ende setzte, wie auch dem Leben des Dummys, indem er ihm am Hals eine ernste Wunde zufügte“. Es war nur natürlich, dass Brigham Young die grausame Tat verteidigen würde, da er öffentlich erklärte, dass er „vollkommen gewillt wäre, Dieben ihre KEHLEN DURCHSCHNEIDEN zu lassen...“ (History of the Church, Bd. 7, S. 597) Bei einer anderen Gelegenheit erklärte er: „Wenn ihr wissen wollt, was mit einem Dieb zu tun ist, den ihr beim Stehlen erwischt, so sage ich: TÖTET IHN AUF DER STELLE, und lasst niemals zu, dass er eine weitere Sünde begeht... Wenn ihr alle, von denen ihr wisst, dass sie DIEBE sind, vor der Mündung unserer größten Kanone in einer Reihe aufstellen lasst, gut geladen mit Kettenmunition, WERDE ICH MIT MEINEN WERKEN BEWEISEN, OB ICH solchen Personen GERECHTIGKEIT ZUMESSEN KANN oder nicht. ICH WÜRDE ES ALS GERECHT UND GENAUSO ALS MEINE PFLICHT ANSEHEN, DIES ZU TUN, WIE EINEN MENSCHEN für die Vergebung seiner Sünden zu TAUFEN.“ (Journal of Discourses, Bd. 1, S. 108-109)

 

Da Brigham Young den Mörder verteidigte, gab es keine Chance, dass er für schuldig erklärt werden könnte. Unter dem Datum des 4. Jan. 1859 berichtete Hosea Stout folgendes in seinem Tagebuch: „Das Distriktsgericht kam heute zusammen und das Hohe Gericht ignorierte die Anklage gegen Christensen wegen Tötens des Dummys, was unter Außenstehenden große Aufregung hervorrief.“ (On The Mormon Frontier: The Diary of Hosea Stout, Bd. 2, S. 676)

Zusätzliche Information in Bezug auf diese Angelegenheit finden Sie in The Mormon Kingdom, Bd. 2, S. 137-138.

 

T. B. H. Stenhouse machte folgende Aussage in Bezug auf die Mormonenpolizei zu Brigham Youngs Zeiten:

 

Widerstand gegenüber den Beamten, oder der geringste Versuch, der Haft zu entkommen, wurde eifrig entgegen gewirkt, wenn gewünscht, als die Rechtfertigung für die Beendigung einer schimpflichen Karriere, und in mehr als einem Fall dieses illegalen Erschießens gibt es eine Menge Zweifel, ob überhaupt die geringste Entschuldigung abgewartet wurde. Die Salt-Lake-Polizei verdiente sich damals den Ruf, jedem verzweifelten Gefangenen die Gelegenheit des Entkommens zu ermöglichen, und wenn sie wahr genommen wurde, brachte der locker sitzende Revolver des Beamten den Flüchtling zum 'Anhalten' und ersparte der Grafschaft die Kosten für einen Prozess und die nachfolgende Verpflegung im Zuchthaus.“ („Rocky Mountains Saints, S. 149, wie in Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, S. 315, zitiert)

 

J. H. Beadle gab folgende Information:

 

Bald danach wurden drei Abgefallene mit Namen Potter, Wilson und Walker in Coalville in Weber Valley auf Grund einer erdichteten Anschuldigung, eine Kuh gestohlen zu haben, verhaftet. Dieser Potter war ein Bruder dieser Ermordeten in Springville im Jahre 1857 und wurde von unerbittlichem Hass verfolgt. Mehrere Male wurde er auf Grund verschiedenster Anschuldigungen verhaftet und oft freigesprochen. Sein Tod wurde über ihn beschlossen und ein 'Art' Hinckley, ein 'Danite' und Salt-Lake-Polizist wurde ihm hinterher geschickt. Beweise, die man später erhielt, zeigen, dass er von einem weiteren Polizisten begleitet wurde und sich ihm verschiedene Gruppen an verschiedenen Punkten seines Weges anschlossen. Sie setzten ihren Weg zum Schulhaus fort, wo die drei Männer eingesperrt waren, und brachten sie heraus. Walker, der ein Narrenspiel vermutete, sah wie zwei seiner Wachen ihre Kanonen auf ihn gerichtet hatten, als er sich duckte und die Schüsse ihn nur leicht am Hals verletzten. Im selben Augenblick wurde der Inhalt von schwer geladenen Schrotflinten in Potters Körper gefeuert. Walker, der ein flinker Mann war, entkam, indem er über einen nahen Zaun sprang, wobei er sich eine weitere leichtere Verletzung zuzog, und nahm seinen Weg durch Canyons und Schluchten nach Camp Douglas auf. Wilson rannte ebenfalls ein kleines Stück, aber wurde erschossen. Auf Grund der Zeugenaussage von Walker wurden die Meuchelmörder verhaftet, aber durch die stillschweigende Duldung der Mormonenbeamten entkamen sie dem territorialen Marschall, der sie in Obhut hatte. Die Mormonenzeitungen arbeiteten daran, die Affäre zu erklären, indem sie erklärten, dass die Gefangenen beim Versuch, der Haft zu entkommen, erschossen wurden; aber die Zeugenaussagen aller, die den Leichnam Potters sahen, bekunden, dass die Kanone seinen Körper fast berührt haben muss, als sie abgefeuert wurde, und dass seine KEHLE nach dem Tod DURCHGESCHNITTEN WURDE. Dies war ohne Zweifel die Erfüllung der Strafe im Endowmentgelübde. Walker blieb einige Zeit im Camp Douglas, dann verschwand er plötzlich und man hat nie wieder von ihm gehört. Kurz danach wurde ein Farbiger, der im Allgemeinen als 'Negro Tom' bekannt war, von den Mormonen als Sklave ins Territorium gebracht... suchte einige Bundesbeamte auf und erklärte, dass er wichtige Beweise in Bezug auf einige dieser Mörder liefern könnte. Einige Tage später wurde sein Körper auf der 'Sandbank' zwei Meilen östlich der Stadt gefunden, schrecklich verstümmelt, SEINE KEHLE VON OHR ZU OHR DURCHGESCHNITTEN und auf seiner Brust ein großes Plakat markiert:

'LASST WEISSE FRAUEN IN RUHE.'“

(Life in Utah; or, The Mysteries and Crimes of Mormonism, S. 210-212)

 

Da Potter, Wilson und Walker des Diebstahls beschuldigt worden waren und da Brigham Young lehrte, dass Dieben „ihre KEHLE DURCHGESCHNITTEN“ werden sollte (History of the Church, Bd. 7, S. 597), fühlten sich die Wachen ohne Zweifel gerechtfertigt, dieses Verbrechen zu begehen.

 

Am 19. Januar 1862 machte Brigham Young folgende Bemerkungen:

 

Ich entschuldige mich für einen Ausdruck, den einer unserer Beamten in Bezug auf das kürzliche Töten dreier Diebe gebrauchte. Er nahm an, dass sie durch Pöbelgewalt derartig behandelt wurden... Die drei Personen, die vor kurzem getötet wurden, waren allbekannte Diebe und sie leisteten den Beamten gegenüber Widerstand bei der Ausübung ihrer Pflicht... Über solche Charaktere ist genug gesagt worden und sie müssen solche Praktiken einstellen. Ich sage, wenn sie sich nicht wandeln, wünsche ich, dass sie den Beamten Wiederstand leisten würden, und dann gibt es für sie und andere Plünderungen an den ehrlichen Bürgern Utahs ein Ende.

Die besten Menschen in der Welt befinden sich in diesem Territorium, und dennoch gibt es keine andere Gemeinschaft, die wie wir entsprechend unserer Zahl von Dieben heimgesucht wird...

Ich bin nicht traurig darüber, dass ein Dieb getötet wird, aber dass irgendein menschliches Wesen sich so weit erniedrigt, dass es ein übler, niedriger, entarteter Dieb wird.“ (Journal of Discourses, Bd. 9, S. 154-155)

 

R. N. Baskin machte folgende Bemerkungen in Bezug auf den Angriff auf Potter, Wilson und Walker: „...der bewaffnete Mann verschoss seine Kanone auf den Körper von Potter, so dicht hintereinander, dass es seinen sofortigen Tod verursachte. Während des Leerschießens der Kanone, brachen Wilson und Walker durch und rannten um ihr Leben. Wilson wurde eingeholt und am Rande des Weber River getötet. Während Walker seine Flucht gelang, streifte eine Ladung aus einer Schrotflinte seine Brust und zerriss seine Hand und sein Handgelenk. Er trug weder einen Mantel noch eine Weste und die Ladung setzte sein Hemd in Brand, und während er rannte, löschte er das Feuer durch das Blut seiner Wunden... Mehrere Bewohner von Coalville bezeugten, dass sie von abgefeuerten Schüssen geweckt wurden und hinaus eilten, um die Ursache der Störung in Erfahrung zu bringen, dass sie Potter tot auf dem Boden liegen sahen, seine KEHLE VON OHR ZU OHR DURCHGESCHNITTEN...

Die einzige Ausrede, die je von den Beschuldigten gegeben wurde, war, dass Potter, Wilson und Walker zu entkommen versuchten und erschossen wurden, während sie wegrannten. Im Lichte der Tatsache, dass Potters Kehle durchgeschnitten und seine Kleidung von der Ladung, die ihn tötete, versengt war, und dass Walkers Hemd durch den Schuss, der ihn verwundete, in Brand geriet, ist solch eine Behauptung absurd...“ (Reminiscences of Early Utah, S. 9-12)

 

Was die Tötung des Negermannes betrifft, konnten die frühen Mormonen solch eine Tat mit Leichtigkeit rechtfertigen. Brigham Young selbst erklärte einmal: „Soll ich euch das GESETZ GOTTES in Bezug auf die afrikanische Rasse erklären? Wenn der weiße Mann, der zum auserwählten Samen gehört, sein Blut mit dem Samen Kains vermischt, so ist die STRAFE unter DEM GESETZ GOTTES DER TOD AUF DER STELLE. Dies wird IMMER SO SEIN.“ (Journal of Discourses, Bd. 10, S. 110)

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Die "Blutsühne" besagt, dass gewisse Sünden nur durch das Vergießen des Blutes des Übertreters gesühnt werden können, weil das Sühnopfer Christi dafür nicht ausreichen würde.
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