Kein Schutz in Utah

 

In einer Predigt, die am 19. Juni 1853 gegeben wurde, erklärte Brigham Young: “Es ist wahr, wie es in dem Bericht dieser Beamten gesagt wird, wenn ich meinen kleinen Finger krumm gemacht hätte, wäre er UMGEBRACHT worden, aber ich habe ihn nicht gekrümmt... Abgefallene oder Menschen, die sich nie zur Religion bekannt haben, sollten lieber vorsichtig sein, wenn sie hierher kommen, DENN ICH KÖNNTE MEINEN KLEINEN FINGER KRÜMMEN.” (Journal of Discourses, Bd. 1, S. 186-187)

 

Die Leute des frühen Utah wussten, dass dies keine leere Drohung war und dass ihr Leben und ihr Eigentum in Gefahr war, wenn sie gegen Brigham Youngs Regel verstießen. Am 4. Febr. 1849 berichtete Hosea Stout folgendes in seinem Tagebuch:

 

Ging zur Versammlung an der warmen Seite der Fortwand. Präsident B. YOUNG sprach und gab uns allgemeine Anweisungen & Ratschläge. Er sagte, dass NIEMAND hier weggehen & das Gold & Silber forttragen sollte & ohne DASS ES IHM GEFÄLLT, SIE GEHEN ZU LASSEN, KÖNNEN SIE NICHT WEGKOMMEN, ES SEI DENN ER HÄLT ES FÜR PASSEND & und denjenigen, die entgegen seinem Rat weggehen, WIRD ER DAS EIGENTUM BESCHLAGNAHMEN, denn ER IST DER BOSS usw.” (On The Mormon Frontier, The Diary of Hosea Stout, Bd. 2. S. 341)

 

Heber C. Kimball, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, machte folgende Aussagen in einer Ansprache, die am 2. Sept. 1860 gegeben wurde: “In dem Augenblick, in dem ein junger Mann die Kirche verlässt, ist er ein Verräter dem Gesetz der Gesetze gegenüber. Sie wissen, das Gesetz der Nationen ist, wenn jemand zum Verräter dem Gesetz des Landes gegenüber wird, dass alles, was er hat, beschlagnahmt wird, und entsprechend wird er bestraft; und so ist es in der Kirche und im Königreich Gottes.” (Journal of Discourses, Bd. 8, S. 213) Jedediah M. Grant, ebenfalls ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, lehrte klar und offen, dass Verräter der Kirche “todeswürdig” wären. (Deseret News, 27. Juli 1854)

 

Wir können die Furcht nur ahnen, die die Einwohner des frühen Utah ergriffen haben muss. Nels Anderson gibt folgende interessante Information:

 

Einen Monat später schrieb Burr einen weiteren Brief an Hendricks, in dem er berichtete, dass er mit einem Mann namens Mogo einen Vertrag abgeschlossen hätte, das Sanpete-Tal zu vermessen. Als Mogo bereit war, die Stadt zu verlassen, stellte er fest, dass zehn seiner Ochsen gestohlen worden waren. 'Der Verdacht fiel auf eine bekannte Gestalt, die in den Räten der Kirche einen hohen Stand einnahm, aber ihn zu überführen und zu bestrafen, wäre unmöglich, und es ist nur ein weiteres Beispiel, dass die Gesetze für Leben und Eigentum keinen Schutz boten.' Burr teilte mit, dass zwei Personen, die es hätten bezeugen können, sich fürchteten darüber zu sprechen, da sonst ihr Leben in Gefahr wäre...

Ein Beispiel für den Reformationseifer wurde in einem Brief von Dr. Garland Hurt irgendwann im Herbst 1856 an Brigham Young berichtet. Mit General Burr und anderen Mitgliedern der Landvermessung hatte er Zentral-Utah besucht. Sie befanden sich auf ihrem Weg nach Corn Creek, nahe Fillmore, um die Regierungsfarm des Pahvante-Stamms zu besuchen. Als sie sich der Farm näherten, bemerkten sie wie zwei Männer in voller Geschwindigkeit vor ihnen her ritten. Sie bemerkten auch, als sie die Farm erreichten, dass einige Indianer in entgegengesetzte Richtung davonritten. Später erfuhren sie, dass die Reiter Mormonen waren, die die Indianer warnten, dass die 'Amerikaner in ihr Lager kommen, um die Mörder von Captain Gunnison zu verhaften'. Wie zuvor erwähnt, waren einige Indianer dieses Stammes vor Gericht gestellt und des Mordes an Gunnison überführt worden, aber sie entkamen und sind immer noch auf freiem Fuß.

Hurt und seine Gruppe kehrten nach Fillmore zurück und hielten während des Abends am Hause eines Mr. Peter Robinson an. Im Laufe des Abends trat ein Mr. Edwin Pugh, ein Nachbar, herein und lud zwei Männer der Gruppe ein, sein Haus zu besuchen. Sobald sie Pughs Haus betreten hatten, begannen einige Personen den Ort mit Steinen zu bewerfen. 'Mr. Pugh rannte hinaus und fragte, was dies bedeutete. Sie fragten, was er mit diesen verdammten Amerikanern um sein Haus herum zu schaffen hätte.' Offenbar waren die beiden Männer, die Mr. Pugh besuchten, obwohl sie für Hurt oder Burr arbeiteten, keine 'Amerikaner', sondern Mormonen. Pugh erklärte es so. Die Stimmen der Angreifer antworteten aus der Dunkelheit: 'Sie sind nicht besser als Amerikaner, sonst wären sie nicht mit ihnen zusammen.'

Das von Hurt berichtete Ereignis spiegelte die vorherrschende Einstellung der Heiligen gegenüber Heiden wieder. Es gab andere Berichte über nächtliches Steinewerfen auf Häuser von Heiden und Abgefallenen. So benahmen sich die Utah-Mormonen 1856 wie Missouri-Heiden im Jahr 1833, als Mormonenhäuser in der Jackson-Grafschaft mit Steinen beworfen wurden.” (Desert Saints, S. 149-153)

 

Die Fehde zwischen der Clique Gouverneur Cummings und der Clique von Richter Eckles' Reisetaschenregierung ist auf die mit giftiger Tinte geschriebenen Briefe des Letzteren zurückzuführen. Am 9. Juli 1858 schrieb Eckles an den Staatssekretär Lewis Cass, dass 'Brigham Young de facto der Gouverneur Utahs ist, was immer auch Gouverneur Cummings von Rechts wegen sein mag. Seine Regierung ist eine des Terrors. Sein ungezügelter Wille ist König. Jeder abgefallene Mormone und jeder Heide hier, der bisher im Territorium gelebt hat, befindet sich in ständiger Angst vor persönlicher Gewalttätigkeit. Für mich ist die Zukunft finster und verdrießlich'. In diesem Brief drückt Eckles sein Bedauern aus, dass alle Bundesbeamte in Utah sich nicht einig darin wären, was er für den richtigen Weg im Umgang mit den Mormonen hielt.” (Ebenda, S. 195)

 

Diejenigen, die eingesetzt waren, das Gesetz im frühen Utah durchzusetzen, fanden sich in einer sehr schwierigen und gefährlichen Situation vor. Der US-Marschall P. K. Dotson schrieb einen Brief an Richter Cradlebaugh, indem er erklärte:

 

Ich habe von Ihnen bestimmte Haftbefehle gegen viele Personen in Ihrem Distrikt mit Mordanklagen erhalten, einschließlich einen für J. D. Lee, John Higbee (ein Bischof), Hoyte (seinen Ratgeber) und sechsunddreißig andere für den Mord an einhundertundneunzehn Männern, Frauen und Kindern auf Mountain Meadows, ebenfalls einen für Porter Rockwell, John A. Wolf, Präsident der Siebziger... für den Mord an den Aiken-Brüdern und zwei anderen; einen für Lewis Bentz und drei weitere für das Stehlen von sechs Maultieren, dem Eigentum der Vereinigten Staaten...

Ich bedaure, Sie darüber informieren zu müssen, dass es nicht in meiner Macht steht, irgendeinen dieser Vorgänge auszuführen; ich habe wiederholte Anstrengungen unternommen, mit Hilfe des Militärs und ziviler Truppen, um die Haftbefehle auszuführen, auf die Sie zuletzt anspielten, aber ohne Erfolg. So groß ist die Anzahl von Personen, die in das Begehen dieser Verbrechen verwickelt sind, und derartig sind die Gefühle der Mormonenkirche und der Gemeinschaft zu ihren Gunsten, dass ich mich auf keine zivile Truppe verlassen kann, mir bei ihrer Verhaftung zu helfen...” (“Journal History”, 3. Juni 1859, wie in Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, S. 292-293, zitiert)

 

Thomas G. Alexander gibt folgende Information:

 

Während sich der Konflikt entwickelte, kam es zu einem beträchtlichen Grad an Gewalttätigkeit zwischen Mormonen und Heiden, in die McKean und sein Gericht direkt verwickelt waren... Eine Gruppe, von denen McKean dachte, dass sie entweder Mitglieder der Daniten oder die Nauvoo-Legion waren, versuchte den Richter im Gericht einzuschüchtern. Im Oktober 1874 schlug eine Gruppe von bewaffneten Männern Marschall George R. Maxwell nieder und verletzte ihn, während er versuchte, einen Haftbefehl gegen Brigham Young auszuführen, um seine Aussage vor dem Geschworenengericht sicher zu stellen. “ (Dialogue: Journal of Mormon Thought, Herbst 1966, S. 95)

 

J. M. Grant, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft der Mormonenkirche gab offen zu, dass sich Brigham Young in das Geschworenengericht einmischte und behauptete, dass die Mormonen keine Gerichte bräuchten:

 

Letzten Sonntag züchtigte der Präsident einige der Apostel und Bischöfe, die unter den Geschworenen waren. Hatte er vollen Erfolg, den Nebel zu beseitigen, der sie umgab, und beim Entfernen der Blindheit aus ihren Augen? Nein, denn sie könnten in ihren Saal gehen und wieder uneinig sein, obwohl zu ihrer Ehre zugegeben werden muss, dass eine kurze Erklärung sie in ihrer Handlungsweise einstimmig gemacht hätte...

Etliche sind in den Nebel geraten und saugen und fressen den Schmutz eines heidnischen Gerichtshofes, angeblich ein Gericht Utahs, obwohl ich es ein heidnisches Gericht nenne...

Eine kurze Erklärung wird bald jeden überzeugen, nur durch einfache Beobachtung, dass in unseren Gerichten nicht die Gesetze Utahs vertreten werden und dass die Richter diese Tatsache wissen müssen und dass sie vom ersten angefangen, mit wenigen Ausnahmen, danch getrachtet haben, sie zu verwerfen...

Ich möchte, dass die Heiden verstehen, dass wir alles über ihre Hurerei und andere Gräuel hier wissen. Wenn wir nicht ausnahmslos solche verderbten Schurken GETÖTET hätten, solche, die unsere Gemeinschaft zu verderben und zu beschmutzen trachten, so schwöre ich euch, dass wir es ERNST MEINEN und in wenigen Stunden mehr zustande bringen, was das Reinigen der Atmosphäre betrifft, als eure hohen und schrägen Gerichte es in einem Jahr tun können... wir sind entschlossen, das Rechte zu tun und der Bosheit und bösen Menschen Trotz zu bieten und sie direkt zur Hölle zu schicken, so schnell wie wir es können.” (Journal of Discourses, Bd. 3, S. 233-235)

 

John Cradlebaugh, der als Mitrichter des Zweiten Gerichtsdistrikts im frühen Utah diente, machte folgende offenbarende Aussagen in einer Rede, die er vor dem Repräsentantenhaus hielt:

 

Mr. Speaker, da ich einige Zeit unter den Mormonen gelebt habe... habe ich das Gefühl, dass ich meine Pflicht nicht erfüllen würde, wenn ich solche Information, die ich in Bezug auf dieses Volk erworben habe, nicht mitteilen würde...

Der Mormonismus erlaubt nicht nur, sondern befiehlt das Ausleben niedrigster Begierden im Namen des allmächtigen Gottes selbst, und lehrt, dass es eine heilige Pflicht sei, die Verbrechen des Diebstahls und Mordes zu begehen... Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, etabliert er sich im Herzen eines der größten und mächtigsten Regierungen der Welt, gründet darin eine theokratische Regierung, die sich über alle anderen Regierungen hinwegsetzt... Sie lehren das Blutvergießen zur Vergebung von Sünden, oder in anderen Worten, dass einem Mormonen, wenn er abfällt, die Kehle durchgeschnitten und sein Blut zur Vergebung seiner Sünden auf den Boden vergossen wird. Sie praktizieren auch andere abstoßende Lehren, solche, die nur in polygamen Ländern gelebt werden, was durch eine Reihe verstümmelter Personen in ihrer Mitte bewiesen wird... sie lehren, dass es eine Pflicht ist, von den Heiden zu stehlen und sie auszurauben... das Bild hat im wirklichen Leben noch dunklere Schatten. Mord wird offen angeordnet... In den wenigen Auszügen, die ich Ihnen geben muss... wird in den deutlichsten und ungeschliffensten Worten, die die angelsächsische Sprache bietet, behauptet, dass es das Recht und die Pflicht der Kirche sei, 'Blut zu vergießen'... Brigham selbst ist König, Priester und Gesetzgeber und Chefpolygamist. Wird in Utah Verrat ausgeheckt – so ist Brigham der Anführer der Verräter. Werden Rebellentruppen gegen die Vereinigten Staaten gemustert, so ist Brigham ihr oberster Kommandeur. Soll ein Gesetz verordnet werden, so wird es auf Grund von Brighams Rat beschlossen. Soll ein lästiger 'Heide' oder ein abgefallener Mormone ermordet werden, so geht der Befehl von Brigham aus... Seine verleiteten Anhänger leisten ihm unbedingten Gehorsam und eine Kirchenorganisation, bekannt als 'Daniten' oder 'Zerstörende Engel', steht bereit, seine Person zu schützen, seine Fehler auszubügeln und sein Belieben auszuführen.

Brigham ist Kirche und Staat. Es ist wahr, dass die Scheußlichkeiten nicht von ihm eigenhändig begangen werden, aber sie werden von seinen Untergeordneten und auf sein Gebot hin begangen. Er behauptet, dass er kein Krimineller ist, weil bei der Ausführung der Verbrechen seine Hand nicht gesehen wird. Er bringt ein 'Alibi', da er dafür bekannt ist, überall im Territorium anwesend zu sein. Er versucht, Schuld abzuwenden, indem er Unkenntnis über diese Scheußlichkeiten seiner Untergeordneten vorheuchelt. Solche Unwissenheit kann nur auf Grund der Hypothese vermutet werden, dass Mormonismus kein System und Brigham nicht das Oberhaupt ist, dass er ein Despot ohne Macht oder ein Prophet ohne die Fähigkeit vorherzusehen ist.

Nun, Brigham ist entweder der vollkommene Herrscher in Utah oder er ist nichts. Die Mitschuld der Würdenträger der Kirche, der Bürgermeister der Städte und anderer territorialer Beamter an den Verbrechen, die begangen worden sind, zeigt, dass diese Verbrechen Kirchenverbrechen waren, und Brigham ist das Oberhaupt der Kirche... die mormonische Bestrafung für den Abfall vom Mormonismus ist wie der alte Kurs früherer Päpste; sie erstreckt sich von den Fußsohlen bis zum Scheitel. Sie trennt Ehemann und Frau, sie reicht von der Enteignung des Eigentums bis zur Durchtrennung der Luftröhre... Brigham kontrolliert nicht nur die Gesetzgebung, sondern er kontrolliert auch die Gerichte...

Dieser Versuch der Mormonen, sich in die Verwaltung der Gesetze einzumischen und die Gerichte zu kontrollieren, ist einer der Hauptursachen für die Schwierigkeiten zwischen den Richtern, die von der Bundesregierung Utahs geschickt wurden, und dem Mormonenvolk gewesen. Fast alle Richter, die in das Territorium geschickt wurden, mit Ausnahme von zweien – Richter Zerubbabel Snow, einem Mormonen, und J. F. Kinney, dem gegenwärtigen Hauptrichter, dem einzigen territorialen Richter, der nicht von der gegenwärtigen Verwaltung entfernt wurde, und der den nicht beneidenswerten Ruf hat, die 'Schöpfung und das Werkzeug Brigham Youngs' zu sein -, haben einheitlich ausgesagt, dass die Gesetze nicht durchgesetzt werden könnten. Nicht einer dieser Richter, mit der Ausnahme der zwei oben genannten, ist in der Lage gewesen, während der gesamten kurzen Zeit von vier Jahren zu dienen. Einige sind mit Abscheu weggegangen, während andere mit Gewalt fortgetrieben wurden.

Als einer der Mitrichter des Utah-Territoriums begann ich im Monat April 1859 und hatte einen Termin des Distriktsgerichts für den Zweiten Gerichtlichen Distrikt in der Stadt Provo, ungefähr sechzig Meilen südlich von Salt Lake City. Auf mein Ersuchen hin lieferte General A. S. Johnston auf Befehl der militärischen Abteilung eine kleine militärische Einheit, um das Gericht zu schützen. Ein Geschworenengericht wurde einberufen und seine Aufmerksamkeit wurde gezielt und besonders auf die große Anzahl von Verbrechen gerichtet, die in unmittelbarer Nachbarschaft begangen wurden... Die so eingewiesenen Geschworenen, obwohl sie zwei Wochen behalten wurden, weigerten sich gänzlich irgendetwas zu tun, und schließlich wurden sie als offensichtlich unbrauchbares Anhängsel eines Gerichtshofs entlassen.

Aber das Gericht war entschlossen, ein letztes Mittel zu versuchen, um jene Schuldigen an den scheußlichen Verbrechen ans Licht und zur Bestrafung zu bringen, die zugestandenermaßen im Territorium begangen worden waren, und die Sitzung wurde fortgesetzt. Es wurden basierend auf beeidete Information Haftbefehle gegen mutmaßliche Kriminelle herausgegeben und der United-States-Marschall Dotson, ein höchst exzellenter und verlässlicher Beamter, hatte unter Mithilfe einer MILITÄREINHEIT, die auf sein eigenes Ersuchen hin zur Verfügung gestellt wurde, einige Verhaftungen vorgenommen. Sofort setzte eine allgemeine panikartige Flucht unter den Mormonen ein, und worauf ich Ihre Aufmerksamkeit als besonders bemerkenswert lenken möchte, ist die Tatsache, dass DIESE EHER BESONDERS UNTER DEN KIRCHENBEAMTEN UND ZIVILEN BEAMTEN STATTFAND. Warum hatten es diese Schichten so besonders dringlich und eilig mit der Flucht? Das Gesetz der Beweise, das auf Jahre lange Erfahrung beruht, hat nur eine Antwort. Es war das Schuldbewusstsein, das sie antrieb, eine Zuflucht vor dem vergeltenden Arm des Gesetzes zu suchen, den sie letztendlich für bewaffnet hielten, mit Macht seine verletzte Majestät zu verteidigen. Es ist eine wohlbekannte Tatsache, dass viele Bischöfe und Präsidenten von 'Pfählen' in den Bergen versteckt blieben, bis die Nachricht gegen allen Zweifel bestätigt war, die den rückläufigen Kurs der Regierung in Washington bekannt machte...

Marschall Dotson, der Haftbefehle gegen fast einhundert Mörder hat, einschließlich der Teilnehmer an dem schrecklichen Gemetzel auf Mountain Meadows, ist gezwungen, sie unausgeführt zurück zu schicken, aus dem Grund, wie er feierlich erklärt, dass er nicht in der Lage sei, sie auszuführen. Mit äußerstem Widerwillen legt er sein Amt nieder, und in diesem Zusammenhang ist sein Entlassungsbrief, gerichtet an den Präsidenten, wert, sorgfältig durchgelesen zu werden:

 

GREAT SALT LAKE CITY, UTAH-TERRITORIUM,

  1. August 1859

Sir, hiermit reiche ich Ihrer Exzellenz meinen Rücktritt als Marschall der Vereinigten Staaten für das Utah-Territorium mit Wirkung zum 20. dieses Monats ein...

Die Gerichte der Vereinigten Staaten im Territorium, machtlos, um Gutes zu tun, zum furchtbaren Gespött für die Gerechtigkeit, sind gezwungen, die Macht und Majestät des Gesetzes den bösen Plänen der überaus Kriminellen zu überlassen, die sie zu bestrafen suchten. Unvermögend, die Unschuldigen zu schützen, ermuntern sie das Verbrechen...

Obwohl gewillt, der Regierung zu dienen, von der ich meine Berufung erhielt, kann ich ohne Macht, ihre Pflichten zu erfüllen, kein Beamter der Regierung bleiben.

...

Ich bin, Sir, sehr respektvoll Ihr gehorsamer Diener,

P. K. DOTSON...”

(“Utah and the Mormons”, eine Rede des Ehrw. J. Cradlebaugh im Repräsentantenhaus, 7. Febr. 1863, wie im Anhang zum Congressional Globe, 23. Febr. 1863, S. 119-125, abgedruckt)

 

Obwohl John Cradlebaugh ein akkurates Bild über die Zustände im frühen Utah präsentierte, haben sich die Zustände sicherlich geändert. Die Polizei in Salt Lake City bietet sowohl Mormonen als auch Heiden vollen Schutz und ein Abgefallener muss nicht mehr um sein Leben oder sein Eigentum fürchten. Wallace Turner macht folgende interessante Bemerkung:

 

Ein moderner Abfall lässt sich an Hand der Geschichte des Tanner-Ehepaares verstehen. Die Tatsache, dass sie heute in Salt Lake City bequem leben können, relativ unbehelligt von der HLT-Kirche (abgesehen von einem Brief oder so von verletzten Aposteln), zeigt wie nichts anderes, dass sich der Weg der Kirche geändert haben könnte. In alter Zeit wären diejenigen, die nicht übereinstimmten, lieber in der Lage gewesen, sich zu verteidigen.” (The Mormon Establishment, S. 163)

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Die "Blutsühne" besagt, dass gewisse Sünden nur durch das Vergießen des Blutes des Übertreters gesühnt werden können, weil das Sühnopfer Christi dafür nicht ausreichen würde.
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